sehenswert vom tor zum turm,
vom Dom ueber die steinwerke und den historischen haeusern zu den museen

Tor & Turm

Heger-Tor-Osnabrueck © OMT

Heger Tor von 1817 - Hegerstrasse
Das Tor zur Altstadt - erinnert das Heger Tor an eine Wehranlage, so war es doch niemals Teil einer solchen. Die Wehranlage, bestehend aus Turm, Tor, Bastion, Zwinger und Durchfahrt, wurde nämlich 1815 weitgehend abgerissen. 1817 - zwei Jahre nach der Schlacht bei Waterloo - stiftete Gerhard Friedrich von Gülich 1000 Taler für den Bau des Tores, um die Osnabrücker Kämpfer bei Waterloo zu ehren: "Den Osnabrückischen Kriegern, die bei Waterloo den 18. Juni 1815 deutschen Mut bewiesen, widmet dieses Denkmal G.F.v. Gülich D.R.D.R." Der Doktor der Rechte - dafür stehen die Großbuchstaben am Ende der Inschrift - beauftragte den Wegeinspekteur Johann Christian Sieckmann mit dem Entwurf des Tores, das einem Triumphbogen ähnlich ist. Auf die eigentliche Funktion der Anlage weisen die seitlichen Wallrampen hin. Über sie und einen Treppenaufgang erreicht man die Plattform des Tores. Von ihr hat man eine sehenswerte Aussicht auf die mittelalterlich geprägte Osnabrücker Altstadt.

Wehrturm Bürgergehorsam © OMT

Wehrturm Bürgergehorsam
Der Bürgergehorsam ist der jüngste der großen Wehrtürme in der Stadt Osnabrück. Gebaut wurde er zwischen 1517 und 1519. Zunächst hatte der kreisrunde Turm ein nur leicht gewölbtes Dach, das bereits 1542 erneuert wurde. Dabei wurde der Turm nicht nur um etwa einen Meter erhöht, sondern erhielt auch gleichzeitig sein jetziges steiles Dach mit Bleideckung.
Die Mächtigkeit des Wehrgebäudes verdeutlicht die Dicke des Mauerwerkes, was besonders durch die Schießscharten in allen Geschossen deutlich wird. Bis zu 3,50 Meter dicke Mauern schützten die Insassen im Verteidigungsfall. Sieht man sich die Schießscharten genauer an, erkennt man, dass sie wesentlich größer als bei anderen Wehrtürmen der Stadt sind. Ihre Größe sowie die Pulverabzugsöffnungen weisen auf den Einsatz von Kanonen hin, der um diese Zeit offenbar üblich war.
Der Bürgergehorsam präsentiert sich noch in seinem ursprünglichen Zustand, bauliche Veränderungen gab es nur wenige. Das Innere des Turms ist auch heute nur durch die Eingangstür im ersten Geschoss zu erreichen. Erfolgte früher der Eingang über die Wehranlage, so gelangt man heute durch eine 1977 angebaute Brücke hinein. Ins Erdgeschoss gelangt man durch eine Öffnung in der Mitte des kreisrunden Raumes.
Im Laufe der Jahrhunderte hatte der Bürgergehorsam verschiedene Funktionen. Neben dem Schutz der Stadt diente er in der frühen Neuzeit als Gefängnis für aufsässige Bürger. Der Maueransatz an der Außenseite weist noch auf die Anbindung an die Stadtmauer hin.

Pernickelmühle © OMT

Der Pernickelturm
Seinen Charakter als Wehrturm der Stadt Osnabrück kann der Pernickelturm trotz einiger Umbauten im 19. und 20. Jahrhundert nicht verbergen. Die massiven Mauern und die wenigen noch erhaltenen kleinen Schießscharten zeugen davon.
Wann der Turm, der am Ende des Herrenteichswalls steht, errichtet wurde, ist nicht bekannt, doch wird er erstmals in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts erwähnt. Er diente dem Schutz der Wehranlage und der auf einer kleinen Haseinsel stehenden Pernickelmühle. Diese wurde 1891 zerstört und anschließend am linken Haseufer wieder aufgebaut.
Im 19. Jahrhundert wurde der Pernickelturm umgebaut und Wohnungen eingerichtet. Nach 1945 folgte ein weiterer Umbau, so dass sich auf Grund der Wohnraumnutzung das Innere verändert darstellt. Sein äußeres Aussehen hat der Turm allerdings bewahrt, abgesehen von dem Anbau, der später hinzukam.

Hohe Mauer © Stadt Osnabrück

Hohe Mauer
Westlich des Bucksturms finden sich Reste der Hohen Mauer, die um 1280 am Westerberg auf dem Gelände des Stadthauses gebaut wurde. Zwei Türme sicherten die Mauer.
Die Bedeutung der Wehrmauer schwand bereits in früher Neuzeit. Im 16. Jahrhundert wurde sie teilweise abgetragen. Ihre Schutzfunktion übernahmen vorrangig die Wälle. Darüber hinaus verminderte sich schon kurz nach ihrer Errichtung die Gefahr durch Brandgeschosse, die ein Grund für den Mauerbau waren. Bereits seit 1338 waren Strohdächer bei Neubauten innerhalb der Stadt verboten.
Anfang des 19. Jahrhunderts entstand auf den Grundmauern eines der beiden Türme ein kleines Gartenhäuschen, dessen Obergeschoss aus Fachwerk besteht. Zwischen 1978 bis 1980 wurde das Gartenhaus restauriert und gleichzeitig der Bestand der Mauerreste gesichert.
Die Reste bieten noch immer einen guten Einblick in die Bauweise des späten 13. Jahrhunderts: Die stadtauswärtige Seite besteht aus einer durchgehenden Fläche, die kaum Angriffspunkte bot, während die stadtinnere Seite durch Pfeiler und Blendbögen verstärkt wurde.

Historische Gebäude

Rathaus des Westfälischen Friedens und Stadtwaage © Stadt Osnabrück

Rathaus des Westfälischen Friedens von 1512 - Martkplatz
Der Bau des historischen Rathauses im spätgotischen Stil dauerte mehr als ein Vierteljahrhundert und fand seinen Abschluss 1512. Wie auch im benachbarten Münster wurde hier der Westfälische Friede ausgehandelt, der dem 30jährigen Krieg 1648 ein Ende setzte.
Im Friedenssaal des Osnabrücker Rathauses sind 42 Portraitgemälde von europäischen Gesandten des Friedenskongresses und den Herrschern jener Zeit, zum Beispiel der französische "Sonnenkönig" Ludwig XIV., der deutsche Kaiser Ferdinand III. und Königin Christine von Schweden, zu sehen. In der kleinen Ratskammer hängen Bilder der Fürstbischöfe, die in den vergangenen Jahrhunderten die Geschicke der Stadt lenkten. Die kostbarsten Stücke der Schatzkammer sind der Kaiserpokal und die älteste Schützenkette, beide aus dem 13. Jahrhundert. Hier wird auch eine Nachbildung des Westfälischen Friedensvertrages aufbewahrt, der als "Osnabrücker Friedensinstrument" bezeichnet wird. Auch wird ein Stadtmodell, das Osnabrück im Jahre 1633 darstellt, präsentiert. Details unter: www.osnabrueck.de

Theater Osnabrück © Stadt Osnabrück

Theater Osnabrück - Domhof
Ursprünglich wurde das Theater vom Dresdner Architekten Martin Dülfer entworfen, aus finanziellen Gründen wurde die Bauplanung und -leitung jedoch recht bald vom Osnabrücker Baurat Friedrich Lehmann übernommen. Das Jugendstil-Gebäude mit seiner halbrunden Sandstein-Front ist vielfach verziert, etwa mit Füllhörnern, Medaillons, stilisierten Lotosblüten und Putten. Den Grundstein legte Oberbürgermeister Julius Rissmüller 1905 und am 29. September 1909 hob sich erstmalig der Vorhang für Julius Cäsar, dem Drama von William Shakespeare. Homepage Theater-Osnabrück: www.theater-osnabrueck.dehttp://www.osnabrueck.de/

Museen

Felix Nussbaum Haus © Stadt Osnabrück/Westdoerp
Kulturgeschichtliches Museeum © Stadt Osnabrück/Meckel

Museumslandschaft im Herzen der Stadt
Direkt in der Innenstadt befinden sich das Felix-Nussbaum-Haus und das Kulturgeschichtliches Museum, die räumlich miteinander verbunden sind.

Das "Felix-Nussbaum-Haus" wurde von Daniel Libeskind erbaut. Es zeigt die weltweit größte Sammlung von Werken des in Osnabrück geborenen und in Auschwitz ermordeten Künstlers.
Details unter: www.osnabrueck.de/Felix-Nussbaum-haus

"Kulturgeschichtliche Museum - Haus zwischen Tradition und Wandel"
Das Kulturgeschichtliche Museum Osnabrück hat umfangreiche Sammlungen in den Bereichen Kunsthandwerk und Design, Stadtgeschichte und Alltagskultur. Herausragende Sammlungen im Bereich der Kunst sind die Grafiksammlung von Albrecht Dürer und die Niederländische Gemäldesammlung des 16. bis 19. Jahrhunderts. Im "Haus der Erinnerung" (Kulturgeschichtliches Museum, Villa Schlikker) gibt es Interessantes aus der Stadtgeschichte des 20. Jahrhunderts zu entdecken.
Details unter: www.osnabrueck.de/Kulturgeschichtliches-Museum und

Kunsthalle Dominikanerkirche © Stadt Osnabrück

Kunsthalle Dominikanerkirche
Die Osnabrücker Kunsthalle Dominikanerkirche, die mit der wohl proportionierten Helle eines gotischen Raumes einen ungewöhnlichen Rahmen für die Präsentation von Kunst abgibt, zählt zu den schönsten, aber auch anspruchsvollsten Ausstellungsräumen im Norden der Bundesrepublik. 1992 wurde die Kunsthalle Dominikanerkirche renoviert und von einer Mehrzweckhalle zu einem Ausstellungszentrum und Diskussionsforum für die zeitgenössische Kunst konzipiert. Ehe das markante Gebäude in den letzten Jahren aber ein überregional viel beachtetes Ausstellungszentrum Osnabrücks wurde, durchlebte es eine wechselvolle Geschichte.
Die mittelalterliche Klosterkirche im Herzen der Stadt, die im 13. und 14. Jahrhundert erbaut wurde, fiel zu Zeiten Napoleons der Säkularisation zum Opfer und erhielt als Exerzierhalle und Magazin einer Infanteriekaserne eine sehr profane Bestimmung. Nach dem 2. Weltkrieg wurden Kulissen des Theaters in dem Kirchenschiff gelagert. Erst im Zuge der Sanierung der Altstadt wurde das städtebauliche Juwel wiederentdeckt, in den 60iger Jahren planmäßig restauriert und schließlich Schritt für Schritt als Ort der Begegnung mit bildender Kunst gestaltet.
Mit der Namensgebung "Kunsthalle Dominikanerkirche" verbindet sich eine programmatische Absicht, die der Rat der Stadt 1991 durch Beschluss offiziell bekräftigte. Das Ausstellungsprogramm der Kunsthalle Dominikanerkirche zielt auf einen bestimmten Typus von inszenierten raumbezogenen Präsentationen. Mit ihnen möchte die Stadt die Auseinandersetzung mit der heutigen Funktion und Rolle von Kunst sowie ihre ästhetische Erfahrung fördern und in Gang halten.
Details unter: www.osnabrueck.de/Kunsthalle-Dominikanerkirche

Remarque Friedenszentrum

Erich Maria Remarque-Friedenszentrum
Das Erich Maria Remarque-Friedenszentrum beherbergt eine Dauerausstellung zu Leben und Werk des in Osnabrück geborenen Autors und ein Archiv mit der angeschlossenen Forschungsstelle Krieg und Literatur.
Der Roman "Im Westen nichts Neues" (1929) hat seinen weltweiten Ruhm begründet: Erich Maria Remarque, 1898 in Osnabrück geboren, setzte sich in seinen Werken kritisch mit der deutschen Geschichte auseinander und zählt zu den meistgelesenen deutschen Autoren des 20. Jahrhunderts.
Seit 1996 ist in dem Gebäude im Herzen der Altstadt Osnabrücks eine ständige Ausstellung zum Leben und Werk des Schriftstellers zu sehen. Sie wird durch Wechselausstellungen zu Themen wie Krieg, Widerstand, Verfolgung und Emigration ergänzt. Hier befindet sich auch das Erich Maria Remarque-Archiv, das die weltweit umfassendste Sammlung von Materialien zur Biografie und zum Werk des Autors für die Öffentlichkeit bereithält und zudem über eine Kriegsfilm-Datenbank verfügt. Ziel ist die Umsetzung wissenschaftlicher Forschungsergebnisse.
Mittelfristig ist die Erweiterung des Remarque-Zentrums zu einem Zentrum für kulturelle Friedensforschung und Friedensvermittlung vorgesehen.
Details unter: www.remarque.uni-osnabrueck.de

Steinwerke

Museumslandschaft im Herzen der Stadt Osnabrück

"Stadt der Steinwerke
Osnabrück ist weit über Deutschlands Grenzen hinaus als Stadt der "Steinwerke" bekannt. Diese ältesten Zeugen Osnabrücker Wohnbaukunst sind aus Bruchstein. Ein Beispiel hierfür ist das Steinwerk aus dem 13. Jahrhundert in der Dielingerstraße 13. Zu erreichen ist es über die Rolandsmauer 23a.
Im waldreichen Land zwischen den beiden Gebirgszügen eingebettet sind Holz und Stein für den Wohnbau dieser Landschaft althergebrachte Baustoffe. Die ältesten Zeugen Osnabrücker Wohnbaukunst sind aus Bruchstein. Die Häuser bestehen wie die vielen alten Mauern in Osnabrück fast immer aus dem gelblichen Muschelkalk des nahen - heute zum Stadtgebiet gehörenden - Westerberges. Osnabrück ist weit über Deutschlands Grenzen hinaus als Stadt der "Steinwerke" bekannt.
Die erste bekannte Erwähnung eines Steinwerks (domus lapidea) im gesamten Niederdeutschland wird in Osnabrück im Jahre 1177 verzeichnet. Bei dem Osnabrücker Urtyp handelt es sich nicht um ein freistehendes, regellos auf dem Grundstück angeordnetes Gebäude vornehmlich mit Wehrfunktion, sondern von vornherein um einen Speicherbau, der als rückwärtiges Gebäude errichtet wurde. Dieses Gebäude ist unmittelbar verbunden mit dem Fachwerkvorderhaus. Im Gegensatz zum Vorderhaus wurde es unterkellert, aber nur um etwa eineinhalb Geschosse eingegraben. Das hoch liegende Erdgeschoss diente dem Wohnen. Die übrigen Geschosse (in der Regel Keller-, Ober- und Dachgeschoss) wurden hingegen allein zu Speicherzwecken genutzt. Das Steinwerk war eine lokalspezifische Antwort auf die permanente Brandgefahr in der mittelalterlichen Stadt und wurde so als eigener Osnabrücker Bautypus geformt. Dieser Bautyp wird in erstaunlicher Ungestörtheit durch die ältesten noch existierenden Steinwerke Osnabrücks, Bierstraße 7 und Dielingerstraße 13 - erbaut um das Jahr 1220 - dokumentiert.
Beide Steinwerke sind trotz der vielen Brände in einigermaßen ursprünglichem Zustand erhalten geblieben. Sie stammen mit den Einzelformen ihrer gekuppelten Fenster aus der gleichen Zeit, in der in Osnabrück der Dom, der Turm der Marienkirche und das Kloster Gertrudenberg gebaut wurden. Die Feinheit der Einzelformen der großen Architektur spiegelt sich in den zarten Säulchen und Kapitälen dieser beiden Steinwerke wider. Das Steinwerk Bierstraße 7 war auch einmal als festes Haus innerhalb der Mauern im Besitz des Klosters Gertrudenberg. Am Steinwerk in der Dielingerstraße ist der ursprüngliche Zustand dieser Wohntürme noch am klarsten zu erkennen. In der Wand steigt auch die Treppe, die in den hohen gewölbten Oberraum führt. Die Decke des ehemals halbtiefen Kellers ist heute entfernt und der Boden erhöht und ebenerdig gemacht. Das Steinwerk Dielingerstraße 13 wurde 1960/61 und Ende der 80er Jahre im Zuge der Altstadtsanierung wieder instand gesetzt. Mit Übernahme des Steinwerks durch den Verkehrsverein erhielt das Gebäude 2003 eine neue modifizierte Zugangssituation über das Fachwerkhaus Rolandsmauer 23 und steht heute als Versammlungsraum für repräsentative Veranstaltungen zur Verfügung.

Kirchen der Altstadt Osnabrück

Domfreiheit St. Peter © Stadt Osnabrück

Gotteshaus mit wechselvoller Geschichte
Der Dom Sankt Peter, die Kathedralkirche des Bistums Osnabrück, zählt zu den Meisterwerken spätromanischer Baukunst. Der erste Dom wurde 785 von Bischof Agilfred aus Lüttich geweiht. Diese erste Bischofskirche hatte allerdings keinen Bestand und wurde durch einen zweiten Bau ersetzt. Nach einem verheerenden Brand um 1100 wurde auf den Resten der Mauern des zweiten Doms das dritte Gotteshaus mit dem mächtigen achteckigen Vierungsturm errichtet. In der Zeit von 1218 bis 1277 erhielt der Dom seine heutige Form. Der schlanke Nordwestturm mit den rundbogigen Fensterbändern zählt zu Deutschlands schönsten Türmen aus romanischer Zeit. Der Zwillingsturm im Nordwesten wurde im 15. Jahrhundert durch den dicken, spätgotischen Turm ersetzt. Von der reichen Innenausstattung des Doms ist im Laufe seiner wechselvollen Geschichte nur wenig erhalten geblieben. Die Güldentafel, der Hochaltar aus kostbaren Osnabrücker Goldschmiedearbeiten, wurde im Dreißigjährigen Krieg eingeschmolzen. Aus dem Edelmetall wurden Münzen auf den Tod des schwedischen Königs Gustav Adolf geprägt.
Details unter: www.bistum-osnabrueck.de/kultur/dom-st-petrus.html

St. Marienkirche © Romantik Hotel Walhalla/Bernard

Den Blick gen Himmel gelenkt
Als architektonische Einheit präsentieren sich Rathaus, Stadtwaage und Sankt Marien am Osnabrücker Markt. Sie setzen hier die Akzente und sollten im 16. Jahrhundert das Bürgertum der Stadt repräsentieren. Die Kirche war bis ins 18. Jahrhundert hinein Grablege vornehmer Familien Osnabrück. 1543 hielt schließlich die Reformation Einzug in das Gotteshaus. Erstmals erwähnt wird Sankt Marien in den Quellen 1173, jedoch scheint durch archäologische Ausgrabungen Ende des vergangenen Jahrhunderts gesichert, dass bereits im 10. oder 11. Jahrhundert an dieser Stelle ein einschiffiger Saalbau gestanden hat. Auf Grund von Bestattungen, die hier um 800 und 850 stattgefunden haben, nimmt man an, dass an dieser Stelle sogar ein Holzbau als Vorgänger gestanden haben könnte. Nachdem der erste Bau fertiggestellt worden war, wurde die Kirche in den folgenden Jahrhunderten immer wieder erweitert. Im 13. Jahrhundert kamen die beiden Seitenschiffe dazu, und um 1300 erhielt sie den noch heute prägenden Charakter einer gotischen Hallenkirche mit einem dreischiffigen Langhaus. Chor und Chorgewölbe kamen in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts hinzu. Der Bau ist geschickt ausgeführt, denn durch die schlanke und hohe Architektur wird der Blick himmelwärts gelenkt. Beeindruckend ist die Aussenansicht der Kirche, die durch die Zahl "Vier" bestimmt wird. Nord und Südseite sind symmetrisch gestaltet: Vier hohe gotische Fenster auf jeder Seite und jeweils vier Giebel bestimmen das Bild. Auf den Giebeln selbst stehen Figuren aus Sandstein, und zwischen ihnen sind Wasserspeier in Gestalt phantastischer Tiere zu sehen. Dazu kommen vier Portale - jeweils zwei an Nord- und Südseite. Großartig ist das Brautportal an der Südseite. Links stehen die törichten Frauen, rechts die klugen Jungfrauen. Geführt werden sie von Synagoge und Ecclesia als Vertreter des Alten und des Neuen Bundes. Die Figuren des Brautportals sind Nachbildungen, die 1873 bis 1884 angefertigt wurden. Die Originale sind in der Kirche zu sehen. Im Bogen des Portals, dem so genannten Tympanon, ist die Marienkrönung dargestellt. Die Innenausstattung der Kirche beherbergt einige bedeutende Kunstgegenstände. Das Taufbecken wurde um 1560 aus Baumberger Sandstein gefertigt und enthält Formlemente aus Gotik und Renaissance. Am Fuß sind Löwen zu sehen, die das Osnabrücker Radwappen tragen. Die Strahlenmadonna auf der Mondsichel ist vermutlich die Arbeit eines Osnabrücker Künstlers um 1520. Das Triumphkreuz im Chorgewölbe stammt aus dem 13. Jahrhundert, der Hauptaltar - ein Schrein mit bemalten Flügeln - zeigt Szenen aus dem Leben Jesu Christi und seine Leidensgeschichte. Er wurde zwischen 1510 und 1515 in Antwerpen angefertigt. Kanzel und Kanzeldecke sind aus dem 20. Jahrhundert. Sie sind Arbeiten des Bildhauers Heinz Heiber aus den Jahren 1964 beziehungsweise 1989. Im Chorumgang sind mehrere Epitaphe und Grabsteine eingelassen. Unter anderem hängt hier der Grabstein von Justus Möser (1720-1794), dem bedeutenden Osnabrücker Jurist, Staatsmann und Historiker.
Marienkirchturmbesteigung: der Marienkirchturm kann sonntags von 11.30 bis 13 Uhr bestiegen werden. Die Kasse ist am Eingang des Marienkirchturms
Details unter: http://www.marien-osnabrueck.de